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 Im Traum allein (Eine kleine Geschichte von Artemisis)

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Artemisis
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BeitragThema: Im Traum allein (Eine kleine Geschichte von Artemisis)   So 21 Jun - 15:16

Ich entschuldige mich im Voraus schonmal für einige Rechtschreibfehler und unmögliche Satzkonstellationen. Ich habe bisher nur im freien Fluss an der Geschichte geschrieben und bisher keine Korrekturen daran vorgenommen.
Vielleicht möchte das ja der ein oder andere lesen.

In der Geschichte folgen wir einer Heldengruppe in Barsaive - wie sie entsteht, welche Abenteuer sie erwarten und wie sie Probleme lösen.

In der Heldengruppe befinden sich zurzeit:
Alderin -blutelfischer Troubadour
Gjan 'Ana - windlingische Elementaristin


Dieser Post dient der Übersicht, der nächste ist Storyinhalt

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"I would dance and be marry, if I only had a brain ♪"

"Seitdem ich ihn so sah, nahm er oftmals meine Träume ein. Ich vermute zumindest, es waren Träume."
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Artemisis
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BeitragThema: Re: Im Traum allein (Eine kleine Geschichte von Artemisis)   So 21 Jun - 15:22

"Die Wälder in tiefster Nacht, blutig und rot. Der Schimmer des Mondes auf der untoten Oberfläche des Waldes der, selbst nie aufhörend sterbend, seinen Namen ruft.
Ein tiefer Atemzug der fauligen Luft, die allesumgebend den Himmel verhängt. Eine Tatze setzt er voran, mehr traut er sich nicht.
Eine Tatze vor die andere, ganz behende, sodass jedes noch so kleine Geräusch von ihm aufgenommen werden kann.
Doch zu allem Übel ist da kein Geräusch, keines. Niemand ist hier, niemand lebt hier. Keine Vögel singen, keine der Wildkatzen pirschen umher, keine Maus sucht Schutz unter dem schimmelnden oder trocknenden Wurzelgeflecht.
Dieser Ort ist lebendig und zugleich stellt er sich so nahe an die Schwelle des Todes, dass man dessen beständiges Kratzen hören kann.
Warum ist er hier hergekommen? Er weiß es nicht mehr. Das Gefühl der Schwere und des Verfalls gräbt sich langsam in sein Fell, langsam aber beständig.
Trotzdem wandert er voran, ergriffen vom Schmatzen des Bodens unter ihm.
Stundenlang läuft er umher, was er zu finden erhofft, weiß er selbst nicht mehr, doch da in der Ferne sieht er dieses unnatürliche Licht.
In finsterster Dunkelheit erblickt er ein Licht, dass so warm und einladend erscheint. Es verhöhnt alles Unleben dieses Ortes.
So sprintet er voran, in der Hoffnung noch vor Einbruch seiner Erschöpfung den erhofften Anblick genießen zu können.
Tatsächlich - er sieht eine Gestalt, die all seiner Vorstellungskraft widerspricht.
Noch nie zuvor sah er ein so wunderschönes, heiliges Geschöpf an einem so schrecklichen Ort. Die junge Frau liegt dort auf einem mossbewachsenen Stein. Um sie herum scheint die gesamte Verderbnis des Waldes verblichen.
Blumen erblühen, die Klauen des Todes weichen und sie verströmt selbst einen so sonderbaren Duft.
Er nähert sich ihr vorsichtig und mustert sie für eine Weile.
Die Kleider die sie zu tragen scheint waren einst wohl aus reinster Seide, ihr Rücken liegt frei und ist nur von ihrem wallenden, braunen Haar bedeckt.
Stumpen - ihren Rücken zieren Stumpen. Sie wirkt müde und kraftlos, regungslos liegt dieses Lichtgeschöpf auf dem kalten Stein.
Noch ein wenig näher, denkt er sich. Nur ein wenig näher.
Er kann schon förmlich nach ihr greifen und plötzlich greift sie nach ihm. Starre blaue Augen blicken ihn schmerzverzerrt, verwirrt und durchbohrend an."


Alderin öffnete die Augen.
Er strich sein rabenschwarzes Haar aus dem Gesicht und pflechtete es sich zu einem Zopf. Die dunklen Augen blickten weit in die Ferne.
Erneut hatten ihn die Träume der vergangenen Nächte heimgesucht. Er war noch nicht allzulange vom Blutwald entfernt. Ein junger Elf, der sein Schicksal selbst in die Hand nehmen wollte, unabhängig all der Umstände und des Zorns seines Clans.
Die Dornen, die über seine gesamte Haut wuchsen, stachen ihm beständig ins Fleisch. Er war es noch nicht gewohnt, dass die Erde und die Umwelt um ihn herum ihn nicht im Schlaf stützte.
Für einen Moment vermisste er die Nähe zu seinen Angehörigen, die Freude die sie im Stillen mit einander teilten und die Ruhe, die die Geisterbeschwörerin seines Clans mit Zaubern verströmte.
Alderin setzte sich auf.
Er folgte nun schon einigen Tagen diesem seltsamen Gebirgspass in den Süden Barsaives und versuchte zu verstehen, was es bedeutete auf dem Pfad des Reisenden zu sein.
Yolavin hatte ihn noch vor seiner Abreise gewarnt, dass ein Elf seiner Gestalt und seines Alters den Blutwald nicht allein verlassen sollte, doch Alderin ignorierte den Rat seiner Ziehmutter.
Bestand nicht das Leben eines Elfen aus dem ständigen Routieren um den Sinn des Lebens? War ein Elf nicht bestimmt auf dem Pfad des Reisenden die Welt zu sehen und mit allen Eindrücken zu erkunden?
Für einen Blutelfen war er mit seinen 120 Jahren noch recht jung und dazu schien er recht schnell die Pfade des Kriegers und Scholars hinter sich gelassen zu haben.
Mes ti'Cirolletishsa oder auch der Pfad des Reisenden wurde von einem strengen Jünger wie ihm und vielen anderen Elfen durch den Troubadour bestimmt.
Zumindest war dies so für die adeptischen Elfen erdacht. Die Nicht-Adepten hatten eine ähnliche Art der Auslebung dieser Lebenszeit ersonnen und begannen hier vor allem der Kunst und dem Schönen zu fröhnen. So war Astendar für all die Elfen in dieser Lebenszeit von größtem Interesse.

Krieger, Elementarist und nun war Alderin ein Troubadour, die vorherigen Disziplinen wurden durch das Ritual der Bindung versiegelt und alle Bande seines vorherigen Lebens gekappt. Vielleicht nahmen ihm deshalb die Clansmitglieder den abrupten Aufbruch nicht so übel. Vielleicht aber auch einfach nur, weil sie ihm den Drang ansahen, die Welt kennenlernen zu wollen.
Eine Welt außerhalb des schützenden Dornengestrüpps.
Ganz von seinem alten Leben Abstand zu nehmen fiel ihm immer wieder schwer. Alderin hatte schon immer sehr lebhafte Träume und seit dem Ritual der Dornen, hatte er oftmals Probleme mit seinen Schmerzen.
Viel zu oft glitt er ab in eine Gefühlswelt, die einem Blutelfen nicht gestattet war. Und nun vermisste er schon nach wenigen Wochen der Einsamkeit seine Familie und den wundersamen Heimatort.
Doch gerade die Distanz sollte ihm helfen alles hinter sich zu lassen, zumindest erhoffte er sich das.

Ein knackendes Geräusch riss den Elfen aus seinen Träumereien und lies ihn gleichsam verstummen.
Nicht unweit von hier trieben sich viele gefährliche Raubtiere herum, doch bei weitem gefährlicher schienen diese großen, gehörnten Unholde.
Schon seit einigen Tagen konnte Alderin beobachten wie einige von ihnen gigantische Rösser ritten und verschiedene Beute in ihre Höhlen brachten.
An anderen Tagen widerrum erblickte er ihre fliegenden Boote, die im Himmel auf den Brisen glitten, wie er es von Vögeln gewohnt war.
Doch etwas Seltsames trieb ihn in dieser Nacht an, sich aus seinem Versteck zu wagen.
Er lauschte einem seltsamen Schrei, eine Sprache die er zuvor noch nie vernommen hatte und doch einen Reiz mit sich brachte, den wohl nur das Unbekannte besaß.
Er pirschte sich langsam voran, den Wanderstab fest in seiner Hand. Im Lichte ihrer Fackeln erblickte er den Quell der seltsamen Laute.
Anders als das große, Bärengleiche der Unholde war dieses Wesen von zarter Gestalt. Winzig beinahe. Es schien in einem Käfig gefangen zu sein und sich vehement dagegen zu wehren weiterhin Gefangener zu bleiben.
Alderin sah seine Möglichkeiten am besten darin gelegen, ihnen nachzupirschen und das arme Tier zu befreien, wenn die Riesen es nicht mehr beobachteten.
So folgte er ihnen zu ihrer Höhle und musterte aufmerksam den Eingang. Mahnmale, überall hingen Knochen von Tieren und Rüstungen von Namensgebern auf Spießen gesteckt oder an Bändern angehängt. Irgendwelche Kritzeleien zierten den Stein und Kerben im Boden verrieten, dass hier oftmals gekämpft wurde.
Doch Alderin blieb ruhig angesichts der beträchtlichen Dunkelheit. Diese Riesen schienen Nachtblind zu sein und so hatte er ihnen gegenüber einen Vorteil.
Er wartete während die Riesen in der Höhle verschwanden, lauschte. Nichts geschah, nur der Protest des winzigen Wesens verstummte.
Als es immer stiller wurde fasste er sich ein Herz und schlich voran. Die Riesen schliefen in einiger Tiefe in der Höhle.
Auf Fellen gebettet und tief darin eingewickelt schnaubten sie schwerfällig vor sich hin. Weit und breit keine Wache zu sehen.
Doch der Käfig war nicht mehr da. Alderin blickte sich um und wagte es noch etwas tiefer in die Höhle hineinzuschleichen.
Plötzlich ein Kleffen und der Sprung eines Hundes. Noch in letzter Sekunde wich er aus, stieß dabei an einen Korb, in dem erneut das gewohnte Geschrei begann.
In Panik griff der Elf nach dem Korb als seine Verfolger erwachten und reflexartig zu den Waffen griffen.
Alderin lief um sein Leben, am Fuße des Berges weiter entlang, um sicher zu gehen eine der vielen Ritzen zu benutzen, die die Scolberge so boten.
Doch die Verfolger schienen die Fährte nicht weiter aufzunehmen. Völlig außer Atem öffnete er nach angemessener Entfernung zur Höhle den Korb.
Darin befand sich eine kleine, beinahe elfengleiche Kreatur.

"Danke, diese hässlichen Ochsenköpfe hätten mich beinahe dran gekriegt"
, fiepste die Kreatur.
"Du sprichst meine Sprache?", fragte Alderin verwirrt und musterte das Wesen. Zarte Libellenflügel, die im Mondlicht wie Kristall schimmerten wuchsen aus dem Rücken der scheinbar weiblichen Kreatur. Längere Ohren als bei einem Elf ragten aus ihrem zerzausten, dunklen Haar heraus.
Ihre gelben Augen blitzten auf, als sie ihn ansah. In ihrem Gesicht befand sich auf ihrer Stirn ein tättowiertes Dreieck, in dessen Mitte ein Viereck tättowiert war.
"Gjan 'Ana. Also das ist mein Name. Puh, du musst wissen, sicherlich viele Windlingsmänner sind dir gerade ziemlich dankbar dafür, mich aus den Händen dieser Barbaren befreit zu haben. Ich mein, ich hab sie ausgelacht dafür, wie sie nackt im Fluss gebadet haben, aber das ist nun wirklich kein Grund für einen Troll einen Windling zu jagen. Ich meine, hallo! Haben die nichts besseres zu tun? Aber glücklicher Weise bist du ja jetzt da gewesen und hast mich so ganz heldenhaft befreit - nicht das das vermutlich auch irgendwelche Jungs meiner Sorte versucht hätten.... die wären nur nicht so mutig gewesen, glaub ich."
Die scheinbare Windlingsdame plapperte nur so vor sich hin, während Alderin eine Augenbraue skeptisch hochzog.
"Du bist also ein Windling. Warum jagen diese Riesen jemanden wie dich?"
"Ach das... die Trolle verstehen einfach nur keinen Spaß, ich mein es ist doch nichts dabei, wenn man jemanden mal ein wenig auslacht oder Späße macht."
"Du scheinst sehr mitteilsam zu sein. Ich werde dir gern lauschen."
"Ah, du lauscht mir gern. Das gefällt mir! Viele Leute hören nicht lange zu, wenn ein Windling redet, dass liegt wohl daran, dass sie nicht in der Lage sind unsere hochkomplexen Gedankenstrukturen zu erfassen. Ehm... da fällt mir auf, wie ist denn eigentlich dein Name?"
"Alderin Eoerin. Ich bin ein Troubadour auf dem Pfad des Reisenden und ich -"
"Oh, Reisen! Ich liebe Reisen! Wir sollten zusammen reisen. Also da du ja groß und stark bist und mich dann halt vor allem schützt was mich fressen oder mir Flügel ausreißen will und ich kann dir als gekonnter Meisterelementarist natürlich mit meinen phenomenalen Fähigkeiten zur Seite stehen."
"Eine Elementaristin?"
"Ja, die Beste! Also.... ich bin zwar auf dem ersten Kreis, aber sonst hat niemand so ein Durchhaltevermögen wie ich, was Adeptensein betrifft. Und ehm, warum bist du überhaupt so pieksig?" Als sie diese Frage stellte, flatterte sie auf seine Schulter und tippte ein wenig auf die Dornen an seinem Hals.
"Ich bin ein Blutelf. Ich trage dieses Äußeres, um gewappnet vor den Einflüsterungen eines Dämons zu sein."
"Gewappnet? Ehm...gut. okay... Wo willst du eigentlich als nächstes hin, Alderin?"
"Ich wandere in den Süden und hoffe eine Stadt zu finden, in der ich mich verständigen kann."
"Also da wir ja alle Zwergisch sprechen können, sollte das nicht das Problem werden."
"Könnt ihr das? Ist das die Sprache mit der du die Trolle ansprachst?"
"Ja, Alderin. Sag bloß du kannst das nicht."
"Ich spreche diese Sprache nicht. Wieso hast du mit mir in meiner Muttersprache gesprochen?"
"Nun, ihr Elfen mögt es doch, wenn ein Windling auf elfisch vor sich hinplappert. Er tut es nicht ganz so schön wie ihr, aber ihr fühlt euch damit wohl, also wollte ich wohl, dass du dich wohl fühlst, denke ich."

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BeitragThema: Re: Im Traum allein (Eine kleine Geschichte von Artemisis)   Sa 18 Jul - 2:05

Nun reisten Alderin und Gjan 'Ana schon einige Wochen miteinander. In diesen Wochen lehrte sie ihn das zwergisch Sprechen zumindest in den Grundzügen und versuchte ihn ein wenig in Dörfer zu bringen, in denen er warm empfangen werden würde.
Praxiserfahrungen in Unterhaltungen konnte Alderin allerdings kaum sammeln. Die Elfen des Umlandes fürchteten seinen Makel, die Menschen waren skeptisch oder vertrieben die Beiden aus einer abergläubischen Laune heraus.
Das erste Dorf in dem sie ohne Probleme Unterschlupf finden konnten, war eine Siedlung von Orks  nahe der Thylonberge.
Alderin war fasziniert von ihrem Äußeren, sah er zuvor doch nur diese eine Frau aus dem Dorf Goro Imri im Blutwald.
Orks sahen so anders aus. Ihre Haut war vielfarbiger als die der Elfen, die Haare jedoch eigentlich immer nur schwarz oder grau, gelegentlich auch mal braun.
Die Unterkiefer der Orks waren massiver als die der Elfen und in ihren Zahnreihen trohnten zwei Stoßzahngleiche Hauer.
Die Orks schien es ein wenig zu verwundern wie ruhig und gelassen Alderin in ihrer Nähe war, noch in der ersten Nacht in der Taverne des Dorfs konnte er einige Worte Orkisch und Zwergisch aufschnappen.
Gjan 'Ana schien vor allem Abstand zu einem gewissen Getränk zu halten, dass die Orks Alderin bereitwillig kostenfrei einschenkten.
Hurlg, so hieß es im Orkischen und Alderin verstand auch warum. Wenn er daran roch, kam ihm sein Mageninhalt fast wieder hoch.
Doch als Troubadour auf dem Pfad des Reisenden war es seine Pflicht diese Erfahrung zu machen. Er prostete den Orks zu und rang mit sich, dass Getränk im Mund und Magen zu behalten.
Zufriedenes Gelächter strömte durch den Raum, ein ermutigendes Schulterklopfen und Alderin zischte im Stillen auf.
Der Ork hatte ihm versehentlich einige Dornen aus dem Körper gerissen. Die Kleidung hatte verhindert, dass diese durchdringen, doch langsam färbte sich die Stelle an der Schulter rot.
Alderin seufzte.
Nun war sein Meerblaues Gewand dahin. Aber darauf war ein Elf ohne bedeutendes Einkommen vorbereitet.
"Alles in Ordnung mit dem Kleinen?", fragte einer der Orks die Windlingin.
"Hast du gerade klein gesagt?", zornig funkelten ihre Augen dem Ork entgegen.
"Nicht du, der Elf", erwiderte er rasch, etwas entnervt.
"Oh, achso. Ja, der muss so. Also zumindest hat er das in den paar Wochen schon oft gemacht, aber keine Sorge, seine Piekserdinger wachsen immer nach. Wie bei einem Dorngestrüpp eben. Auch wenn ich glaub er könnte ein paar Wundverbände brauchen."
"Hm, wir haben einen Questor Garlens vor Ort. Der kümmert sich um alle", der Ork grunzte nur kurz auf, als einer seiner Kameraden scheinbar einen Witz zu erzählen begann und dreht wieder ab.
"Alderin, ich finde wir sollten zu diesem Garlensquestor. Der kann dir bestimmt ein bisschen helfen. In Städten wirst du sicherlich viel angerempelt werden. Vielleicht sollten wir dir eine Rüstung anfertigen lassen. Oder dich polstern. Oder...oh, ich habs! Wir kleiden dich in Schafswolle ein und dann bist du flauschig und weich und nichts geschieht dir mehr."
"Gjan 'Ana. Es ist in Ordnung. Ich bin diesen Schmerz gewohnt."
"Eh, aber was wenn dich ein Kind anrempelt und es dann auch Dornen irgendwo hat, das ist es sicherlich nicht gewohnt!"
"Wir werden uns etwas einfallen lassen, damit ich Niemanden verletze."
"Also gehen wir zum Questor?"
"Nun gut", seufzte Alderin nur und erhob sich, nachdem er zu Ende gespeist hatte.
Da ging nun sein letztes Silberstück dahin.
Schlafen würden die beide draußen unter dem freien Himmel. Es war immerhin noch sehr sommerlich draußen und die beiden genossen ohnehin das Leben auf Wanderschaft zu genüge, um erstmal nicht auf den Luxus eines Bettes beharren zu müssen.
So schritten sie ihn die milde Nachtluft und wanderten zur kleinen Hütte aus Lehm. Das Dach war verziehrt mit Moos und einigen Farngeflechten, auf dem Türrahmen zur Hütte thronten Symbole von Heim und Heilung.
Alderin klopfte an die dunkle Holztür und nach kurzer Zeit öffnete ihm ein Mann die Tür, der ihn bei weitem überragte.
"Was kann ich für euch beide tun?", fragte der Mann brummig und fuhr sich durch das graue Haar.
"Mein Freund hier, der braucht deine Hilfe."
"Hmm, ich denke ich kann ihm helfen. Kommt herein."
Beide schritten ihm nach. In seiner Hütte brodelte über der Feuerstelle ein Eintopf. Es duftete nach Essen gleichsam wie nach Heilkräutern.
Der Orkmann deutete auf eine Liege und wies Alderin an, sich zu entkleiden.
Gjan 'Ana flatterte zum Dachbalken und setzte sich darauf, blickte die beiden von sicherer Entfernung aus an.
"Hm, eine sonderbare Gestalt gibst du ab, Elf."
"Ich bin...ein Blutelf. Die Dornen ganz normal." Ein wenig seltsam fühlte Alderin sich schon, als er merkte wie es um seine Fremdsprachenkenntnis stand.
"Dann lass mich die Wunde säubern und ein Balsam auflegen."
Alderin nickte nur und verzog keine Mine dabei, während der Questor seine Wunden pflegte.
"Ihr scheint ja ganz schön robust zu sein. Es gibt selbst Orks die bei dieser Salbe etwas schmerzverzerrt dreinblicken", lachte der Mann.
Seine brummige und warme Stimme brachte die Windlingin dazu kurz mit ihm zu lachen. Ein sanftes Lächeln von Alderin.
"Wir...sind ausgeglichen. Aushaltend", erwiderte Alderin nur und lies die Prozedur weiter über sich ergehen.
"Sag mal, Garlenquestor. Wie kommen wir am schnellsten irgendwo hin?", fragte sie ihn neugierig.
"Ihr wollt einfach nur irgendwo hin? Nun einige Wochen in den Osten, da liegt Kratas. Wenn ihr durchs Gebirge reisen wollt, kommt ihr in einigen Monaten in Märkteburg an. Hm, ansonsten könnt ihr euer Glück damit versuchen am Servos vorbei in den Süden zu reisen und nach Travar zu kommen, dauert auch einige Monate. Ustrect ist auch 2 Monatsreisen von hier entfernt. Vielleicht wollt ihr einfach die T'skrangkapitäne bezahlen euch ein Weilchen auf einem Boot mitzunehmen."
"Was ist ein Kratas?", fragte Alderin leise.
"Kratas ist ein Loch voller komischer Vögel und dämonischen Häschern."
Entsetzt blickte Alderin den Questos an, als dieser die Worte sprach.
"Junge, beruhige dich. Solche Dinge sagt man doch nur so. Das ist ein Witz. Es ist ein Haufen Diebe und Halsabschneider, die dort leben."
"Eine Stadt aus Diebe?", fragte er verwundert.
"Dieben, Alderin", ermahnte Gjan 'Ana ihn.
"Ja, eine Stadt voller Leute, die nichts besseres zu tun haben, als Leute zu bestehlen",abfällig schnaubte der Ork aus und schüttelte nur den Kopf.
"Alderin, für den Anfang sollten wir nicht da hin. Ich meine du wirst sicherlich bestohlen, gefangen genommen oder schlimmeres wird mit dir geschehen so unerfahren wie du bist. Da wird dir nicht mal meine unglaubliche Weisheit helfen können", witzelte die Windlingin und musterte den Elfen erneut aufmerksam.
"Hmm, ich wünschte mir meine Haut wäre auch so blass und nicht so sandfarben", murmelte sie nur noch vor sich hin, während ihre zierlichen Flügelchen vor sich hin surrten.
"Ich würde euch empfehlen mit der nächsten Karawane nach Märkteburg zu reisen."
"Die nächste Karawane? Wann soll das sein?"
"Morgen. Vermutlich, wenn sie pünktlich ist."

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